Klagenfurt, 28.04.2026

Infrastruktur ist die Voraussetzung für das Überleben der Region.

Die Verbindung zwischen Kötschach-Mauthen und Paluzza ist keine bloße Straße, sondern eine wirtschaftliche und soziale Lebensader für den Südalpenraum zwischen Felbertauern und der Adria. Studien zeigen deutlich, dass eine dauerhafte Einschränkung dieser Verbindung gravierende Folgen hat: Umsatzrückgänge im Handel von bis zu 35 %, Einbrüche im Tourismus von bis zu 40 % und ein genereller Verlust an regionaler Attraktivität. Damit einhergehend der massive Verlust von Arbeitsplätzen. Infrastruktur ist hier kein Luxus, sondern Voraussetzung für das Überleben peripherer Räume.


Gerade in strukturschwachen Regionen entscheidet Erreichbarkeit über Zukunftsfähigkeit.
Kötschach-Mauthen liegt strategisch am Schnittpunkt mehrerer Täler und lebt seit Jahrhunderten vom Austausch über den Alpenraum hinweg. Wird diese Verbindung geschwächt, droht eine „verkehrliche Sackgasse“. Die Folgen sind nicht abstrakt: weniger Arbeitsplätze, geringere Investitionen und sinkende Immobilienwerte.

Besonders problematisch wird die Situation im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wenn einzelne Bevölkerungsgruppen – oft aus nachvollziehbarer Sorge um Natur und Landschaft – Infrastrukturprojekte blockieren, die vor allem für die wirtschaftliche Perspektive der jüngeren Generation entscheidend sind, entsteht ein Spannungsfeld. Die Jungen erleben dies nicht selten als Zukunftsverweigerung. Gleichzeitig fühlen sich die Älteren in ihren Werten übergangen. Das Ergebnis ist eine schleichende Erosion des gegenseitigen Verständnisses.

Demografischen Daten verstärken diese Dynamik. In der Region rund um den Plöckenpass ist bereits heute eine deutliche Überalterung festzustellen. Prognosen gehen von einem Bevölkerungsrückgang von bis zu 20–25 % innerhalb von zwei Jahrzehnten aus, vor allem durch die Abwanderung junger Menschen. Diese Entwicklung ist kein Naturgesetz, sondern eng mit fehlenden Perspektiven verknüpft. Wenn Infrastruktur fehlt oder unsicher ist, gehen zuerst die Jungen – und mit ihnen Innovationskraft, Unternehmergeist und soziale Dynamik.

Für die Jugend im Tal bedeutet dies konkret: eingeschränkte Mobilität, weniger Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und ein Gefühl der Isolation. Wer im But- oder im Gailtal aufwächst, ist auf funktionierende Verkehrsverbindungen angewiesen, um Bildung, Arbeit und soziale Kontakte überregional wahrnehmen zu können. Wird diese Verbindung politisch oder ideologisch blockiert, entsteht ein struktureller Nachteil gegenüber urbanen Zentren.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt leidet dabei doppelt: Einerseits durch den Generationenkonflikt, andererseits durch die Abwanderung selbst. Denn jede Familie, die die Region verlässt, schwächt das soziale Gefüge weiter. Schulen verlieren Schüler, Vereine Mitglieder, Betriebe Fachkräfte. Was bleibt, ist eine Spirale der Schrumpfung.



Naturschutz:
Naturschutz ist zweifellos ein hohes Gut. Doch wenn er absolut gesetzt wird, ohne die sozialen und wirtschaftlichen Realitäten mitzudenken, kann er paradoxerweise genau jene Lebensräume zerstören, die er zu schützen vorgibt. Eine entvölkerte Region ist kein nachhaltiger Naturraum, sondern ein Symptom gescheiterter Balance zwischen Mensch und Umwelt.

Wenn unter Deckmanteln wie Naturschutz, Schwerverkehr, Quellwasser... v.a. jene Menschen, die sich nicht mehr im aktiven Erwerbsleben befinden, eine zentrale Infrastruktur wie den rund vier Kilometer langen Scheiteltunnel am Plöckenpass blockieren, entsteht ein Konflikt, der weit über eine lokale Auseinandersetzung hinausgeht. Es ist ein Konflikt zwischen Generationen, zwischen Lebensrealitäten – und letztlich zwischen Gegenwart und Zukunft ganzer Regionen.


Die Herausforderung besteht daher nicht in einem einfachen „für oder gegen den Tunnel“, sondern in der Suche nach einem Ausgleich: zwischen ökologischer Verantwortung und regionaler Entwicklung. Wird dieser Ausgleich verweigert, droht der Konflikt um den Plöckenpass zum Symbol für ein größeres Problem zu werden – nämlich die Frage, wie viel Zukunft eine Region noch hat, wenn ihre Gegenwart blockiert wird.



Landespolitik:
Gerade hier ist die Landespolitik gefordert, Verantwortung nicht nur zu verwalten, sondern aktiv wahrzunehmen. Es braucht den politischen Mut, gemeinsam mit der Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien tragfähige Lösungen zu entwickeln – jenseits kurzfristiger Stimmungen und Einzelinteressen. Die Frage der Finanzierbarkeit eines Scheiteltunnels darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss in ihrem gesamten volkswirtschaftlichen Kontext bewertet werden: Welche Kosten entstehen durch Nichtstun? Welche Folgekosten trägt eine Region, die weiter ausdünnt? Verantwortung bedeutet hier, Entscheidungen zu treffen, die auch unpopulär sein können, aber langfristig das Überleben der Region sichern. Grenzüberschreitende Infrastruktur ist kein Prestigeprojekt, sondern Ausdruck gelebter europäischer Zusammenarbeit – und genau deshalb ein Prüfstein für politische Handlungsfähigkeit.

  • Die Landespolitik in Friaul-Julisch Venetien tut genau das.
  • Die Landespolitik in Kärnten ist in der Pflicht mitzutun.
    In anderen Worten: Präsident Massimiliano Fedriga (FVG) wartet seit Monaten auf eine klare Antwort aus Kärnten. Neo-Landeshauptmann Daniel Fellner hat es nun in der Hand "Zukunft für Kärnten" - gemeinsam mit Friaul-Julisch Venetien zu gestalten.



Ingo Ortner
Mauthen, am Fuß des Plöckenpass
860 Tage "Immer-wieder-Sperre" nach dem Felssturz vom 2.12.2023
ingo.ortner@thelounge.net




STATUS QUO / Q2 2026

Italien reicht Österreich seit Monaten die Hand

Während die Verantwortlichen in Kärnten immer noch beharrlich schweigen und man sich mit der technischen Analyse (11/2025 abgeschlossen) zufrieden gibt, arbeitet, plant, zahlt und interveniert Friaul/Italien auf allen nur denkbaren Ebenen (FVG/IT/EU):

Investitionsvolumen derzeit: IT weit über 25 Mio Euro / AT einige Asphaltierungsarbeiten
Baustelle 1 fix: SS 52bis Fertigstellung Mai 2026
Baustelle 2 fix: Notstraße mit 250m Tunnel ca. 2026/2027
Baustelle 3: Scheiteltunnel (sie wollen den den 4km Tunnel als ganzjährige sichere Infrastruktur, weil das Gelände keine sichere Straßenoption ganzjährig zulässt.)

Schon der zwischenstaatliche Respekt "senza confini" bringt Kärnten/Österreich in die Verpflichtung, die ausgestreckte Hand Italiens anzunehmen.





Kötschach-Mauthen, 28.04.2026

Le infrastrutture sono la condizione per la sopravvivenza della regione

Il collegamento tra Kötschach-Mauthen e Paluzza non è una semplice strada, bensì un’arteria vitale economica e sociale per la regione alpina meridionale tra il Felbertauern e l’Adriatico. Studi dimostrano chiaramente che una limitazione duratura di questo collegamento ha conseguenze gravi: cali di fatturato nel commercio fino al 35%, crolli nel turismo fino al 40% e una generale perdita di attrattività regionale. A ciò si aggiunge una massiccia perdita di posti di lavoro. Qui le infrastrutture non sono un lusso, ma una condizione per la sopravvivenza delle aree periferiche.


Proprio nelle regioni strutturalmente deboli, l’accessibilità decide la capacità di futuro.
Kötschach-Mauthen si trova strategicamente all’incrocio di diverse valli e vive da secoli dello scambio attraverso l’arco alpino. Se questo collegamento si indebolisce, si rischia un “vicolo cieco viario”. Le conseguenze non sono astratte: meno posti di lavoro, minori investimenti e calo dei valori immobiliari.

La situazione diventa particolarmente problematica in relazione alla coesione sociale. Quando singoli gruppi della popolazione – spesso per comprensibili preoccupazioni legate alla natura e al paesaggio – bloccano progetti infrastrutturali che sono decisivi soprattutto per le prospettive economiche delle giovani generazioni, si crea un campo di tensione. I giovani lo percepiscono non di rado come una negazione del futuro. Allo stesso tempo, gli anziani si sentono ignorati nei loro valori. Il risultato è una lenta erosione della comprensione reciproca.

I dati demografici rafforzano questa dinamica. Nella regione attorno al Passo di Monte Croce Carnico si osserva già oggi un marcato invecchiamento della popolazione. Le previsioni indicano un calo demografico fino al 20–25% entro due decenni, soprattutto a causa dell’emigrazione dei giovani. Questo sviluppo non è una legge naturale, ma è strettamente legato alla mancanza di prospettive. Quando le infrastrutture mancano o sono incerte, i primi ad andarsene sono i giovani – e con loro la capacità innovativa, lo spirito imprenditoriale e il dinamismo sociale.

Per i giovani nelle valli ciò significa concretamente: mobilità limitata, minori opportunità di formazione e lavoro e un senso di isolamento. Chi cresce nella Val But o nella Val Gail dipende da collegamenti efficienti per poter accedere a istruzione, lavoro e relazioni sociali su scala sovraregionale. Se questo collegamento viene bloccato per motivi politici o ideologici, nasce uno svantaggio strutturale rispetto ai centri urbani.

La coesione sociale ne risente doppiamente: da un lato per il conflitto generazionale, dall’altro per l’emigrazione stessa. Ogni famiglia che lascia la regione indebolisce ulteriormente il tessuto sociale. Le scuole perdono studenti, le associazioni membri, le imprese personale qualificato. Ciò che resta è una spirale di contrazione.



Tutela della natura:
La tutela della natura è senza dubbio un bene prezioso. Ma se viene assolutizzata senza considerare le realtà sociali ed economiche, può paradossalmente distruggere proprio quegli spazi vitali che pretende di proteggere. Una regione spopolata non è un ambiente naturale sostenibile, ma il sintomo di un equilibrio fallito tra uomo e ambiente.

Se, sotto etichette come tutela della natura, traffico pesante, acqua sorgiva… soprattutto persone che non sono più attive nella vita lavorativa bloccano un’infrastruttura centrale come il tunnel di valico lungo circa quattro chilometri al Passo di Monte Croce Carnico, nasce un conflitto che va ben oltre una disputa locale. Si tratta di un conflitto tra generazioni, tra realtà di vita – e in definitiva tra presente e futuro di intere regioni.


La sfida non consiste quindi in un semplice “a favore o contro il tunnel”, ma nella ricerca di un equilibrio: tra responsabilità ecologica e sviluppo regionale. Se questo equilibrio viene negato, il conflitto attorno al Passo di Monte Croce Carnico rischia di diventare il simbolo di un problema più grande – ossia quanto futuro abbia ancora una regione se il suo presente viene bloccato.



Politica regionale:
Proprio qui la politica regionale è chiamata ad assumersi responsabilità non solo amministrandole, ma esercitandole attivamente. Serve il coraggio politico di sviluppare, insieme alla regione confinante Friuli-Venezia Giulia, soluzioni sostenibili – al di là di umori momentanei e interessi particolari. La questione della finanziabilità di un tunnel di valico non può essere considerata isolatamente, ma deve essere valutata nel suo intero contesto macroeconomico: quali costi derivano dal non agire? Quali costi indiretti deve sostenere una regione che continua a spopolarsi? Assumersi responsabilità significa prendere decisioni che possono anche essere impopolari, ma che a lungo termine garantiscono la sopravvivenza della regione. Le infrastrutture transfrontaliere non sono progetti di prestigio, ma espressione concreta della cooperazione europea – e proprio per questo un banco di prova per la capacità d’azione politica.

  • La politica regionale in Friuli-Venezia Giulia sta facendo esattamente questo.
  • La politica regionale in Carinzia ha il dovere di fare la sua parte.
    In altre parole: il presidente Massimiliano Fedriga (FVG) attende da mesi una risposta chiara dalla Carinzia. Il neo governatore Daniel Fellner ha ora l’opportunità di costruire “un futuro per la Carinzia” – insieme al Friuli-Venezia Giulia.



Ingo Ortner
Mauthen, ai piedi del Passo di Monte Croce Carnico
860 giorni di “chiusure ricorrenti” dopo la frana del 02.12.2023
ingo.ortner@thelounge.net




STATUS QUO / Q2 2026

L’Italia tende la mano all’Austria da mesi

Mentre i responsabili in Carinzia continuano ostinatamente a tacere e ci si accontenta dell’analisi tecnica (conclusa 11/2025), il Friuli/Italia lavora, pianifica, investe e interviene a tutti i livelli possibili (FVG/IT/UE):

Volume degli investimenti attuale: IT ben oltre 25 milioni di euro / AT alcuni lavori di asfaltatura
Cantiere 1 confermato: SS 52bis completamento maggio 2026
Cantiere 2 confermato: strada di emergenza con tunnel di 250 m circa 2026/2027
Cantiere 3: tunnel di valico (si vuole un tunnel di 4 km come infrastruttura sicura tutto l’anno, poiché il territorio non consente una soluzione stradale sicura durante tutto l’anno.)

Già il rispetto tra Stati “senza confini” impegna la Carinzia/Austria ad accogliere la mano tesa dell’Italia.